Früher war das Wohnen ein Kampf gegen die Kälte und Zugluft. Heute haben wir diese Schlacht dank moderner Baustoffe gewonnen. Doch der Kampf von heute sieht anders aus: Es geht darum, sich in der eigenen, energetisch perfekten Bequemlichkeit nicht schleichend selbst zu vergiften.

Als Experten für Energieberatung und energetische Sanierung bei NVario sehen wir es jeden Tag: Wir dämmen Fassaden, dichten Dächer ab, verbauen Dampfsperren und setzen hochisolierende 3-fach-verglaste Fenster ein. Das Gebäude wird zur luftdichten Festung. Für die Heizkostenabrechnung und die Energieeffizienz ist das überragend. Doch bei der reinen Jagd nach dem besten Energiewert wird das Wichtigste oft vergessen: Die gesunde Luft zum Atmen.

Die unsichtbare Gefahr im Neubau und Bestand: Der VOC-Cocktail

Wir bauen uns diese dichten Gebäudehüllen und richten unser Zuhause wunderschön ein. Neue Möbel, frische Wandfarbe, moderne Bodenbeläge. Was dabei fast jeder Bauherr vergisst: Wir sperren uns mit Formaldehyd, Formaldehydabspaltern und flüchtigen organischen Verbindungen (sogenannten VOCs) in eine Art "Tupperdose" ein.

Oft hören wir in der Beratung: „Aber es gibt doch strenge gesetzliche Grenzwerte für Baumaterialien und Möbel!“

Das stimmt. Aber was bringen uns die isolierten Grenzwerte eines einzelnen Kleiderschranks, wenn wir im Alltag einen permanenten Chemie-Cocktail anmischen? Der neue Schrank mag nach ein paar Monaten ausgedünstet sein. Aber dann kommt das scharfe Putzmittel, das alle zwei Tage verwendet wird. Dazu das Haarspray am Morgen, das Shampoo und die parfümierte Zahnpasta am Abend.

Messen wir die Luftqualität in einem luftdichten, sanierten Haus ohne aktiven Luftwechsel, schlägt das Messgerät nach dem simplen Zähneputzen oder Badputzen oft auf das 100-fache der empfohlenen Werte aus. Wir bewegen uns permanent an der toxischen Belastungsgrenze.

Schimmel ist unser kleinster Feind

Die meisten Eigenheimbesitzer haben nach einer Sanierung panische Angst vor Schimmelbildung durch Kondensfeuchtigkeit. Aber wir sprechen Klartext: Schimmel ist am Ende des Tages der kleinste Feind. Unser größter Feind ist die schleichende Selbstvergiftung durch eine mangelhafte Raumluftqualität.

Die Schadstoffe können durch die dichte Bauweise schlichtweg nicht mehr nach draußen entweichen. Das Resultat? Wir wachen im eigenen Traumhaus auf und fühlen uns abgeschlagen, müde und energielos. Wir schieben es auf den Stress im Job, dabei ist es die stehende, verbrauchte und belastete Luft im Schlafzimmer.

NVario Klartext: Dämmen ja – aber niemals ohne Lüftungskonzept!

Unser Appell als zertifizierte Energieberater: Dämmt eure Häuser, spart wertvolle Heizenergie und nutzt die staatlichen Förderungen der BAFA und KfW. Aber vergesst bei der Planung niemals das Lüftungskonzept nach DIN 1946-6!

Wer heute dicht baut oder saniert, muss zwingend planen, wie die verbrauchte Luft das Gebäude wieder verlässt. Ob durch eine zentrale/dezentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung oder durch ein eisern diszipliniertes, nutzerunabhängiges Lüftungsverhalten – der Luftwechsel muss sichergestellt sein.

💡 NVario Praxis-Tipp für ein gesundes Zuhause:

Man muss heute kein Vermögen mehr ausgeben, um Klarheit über die eigene Luftqualität zu bekommen. Besorgt euch im Internet ein smartes Raumluft-Messgerät (für VOCs, CO2 und Formaldehyd). Prüft eure eigenen vier Wände und testet die Alltags-Produkte, die ihr verwendet. Ihr werdet erschrecken, was die Sensoren anzeigen.

Dieses Bewusstsein ist der erste Schritt. Der zweite Schritt ist eine professionelle Planung. Lasst eure Sanierung ganzheitlich durchdenken. Ein guter individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) von NVario betrachtet nicht nur die Dämmung, sondern schützt auch eure Bausubstanz und eure Gesundheit durch clevere Lüftungsstrategien.

Plant eure Sanierung richtig – und atmet auf!

Sprecht uns an. NVario ist euer Partner für zukunftssichere Energieberatung in Hannover und bundesweit.